{"id":854,"date":"2017-05-09T17:56:59","date_gmt":"2017-05-09T15:56:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.johannes-rebmann-stiftung.de\/cms\/?page_id=854"},"modified":"2020-04-27T15:13:13","modified_gmt":"2020-04-27T13:13:13","slug":"rathlef-james","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.johannes-rebmann-stiftung.de\/cms\/missionare-aus-gerlingen\/aktuelle-missionare\/rathlef-james\/","title":{"rendered":"Rathlef, James"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-858 size-full\" src=\"https:\/\/www.johannes-rebmann-stiftung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/rathlef_james_1.jpg\" alt=\"\" width=\"283\" height=\"188\"><br \/>\n<em>1961, James Rathlef bei \"seinen Indianern\" im Amazonas-Becken<\/em><\/p>\n<p>\"Wir brauchen eine Initiative von Deutschland aus, die sich f\u00fcr das Wohl dieser geschundenen indigenen V\u00f6lker S\u00fcdamerikas einsetzt.\"<\/p>\n<p>James Rathlef, der Vision\u00e4r und Pionier, hat ein bewegtes Leben:<\/p>\n<p>Als Sohn einer deutsch-baltischen Pfarrersfamilie wird er am 22. Mai 1896 geboren. (Dort ist es wohl \u00fcblich, den Kindern englische Vornamen zu geben.)<\/p>\n<p>1918 siedelt er nach Deutschland \u00fcber. Sein Ingenieursstudium muss er aus Mangel an finanzieller Unterst\u00fctzung wieder aufgeben. Es folgen Jahre im CVJM Sachsen mit Jugend- und Kinderarbeit, Gemeindehelferpr\u00fcfung in Carlsdorf\/Ostpreussen, seine Heirat mit Elisabeth, geb. Hahl. Elisabeth stammt ebenfalls aus einer Pastorenfamilie aus Estland. Ihr Gro\u00dfvater war nach Estland gezogen, um dort ein Waisenhaus zu leiten.<\/p>\n<p>Markant ist das Jahr 1936: James Rathlef wird von der Wichernvereinigung (Raues Haus in Hamburg) zum Evangelisten und Prediger berufen. Sein Dienst bringt ihn in viele Gemeinden und Kirchen in ganz Deutschland. 1951 beginnt er eine ganz neue Art der Evangelisation in einer Zelthalle: Er gr\u00fcndet zusammen mit Freunden die Zeltmissionsvereinigung S\u00fcd e. V. (Bis heute ist dieses Zelt in vielen Gemeinden im Einsatz.)<\/p>\n<p>Der Gerlinger B\u00fcrgermeister Eberhardt setzt sich sehr daf\u00fcr ein, dass Familie Rathlef nach Gerlingen kommt und im Stadtteil Gehenb\u00fchl bauen kann. 1958 findet gleichzeitig mit der Haus-Einweihung der erste evangelische Gottesdienst im Stadtteil Gehenb\u00fchl statt. Im Haus der Rathlefs wird f\u00fcr viele Jahre Gottesdienst gefeiert - bis dann die Lukaskirche gebaut wird. In sp\u00e4teren Jahren l\u00e4dt die Evangelische Allianz in Gerlingen James Rathlef und sein Team dreimal zu Evangelisationen nach Gerlingen in die Zelthalle ein.<\/p>\n<p>1961 ist James Rathlef Mitbegr\u00fcnder der <a href=\"http:\/\/www.vdm.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Vereinigten Deutschen Missionshilfe (VDM).<\/a> (Die VDM ist heute eine der gr\u00f6\u00dften evangelikalen Missionen Deutschlands. Weltweit sind ihre Missionare im Einsatz, oft in Verbindung mit einheimischen Partnermissionen.) Viele Jahre hindurch ist Gerlingen der Sitz dieser Mission.<\/p>\n<p>F\u00fcr James Rathlef steht der Entschluss fest: \"Wir brauchen eine Initaitve von Deutschland aus, die sich f\u00fcr das Wohl dieser geschundenen indigenen V\u00f6lker S\u00fcdamerikas einsetzt.\" Im Vordergrund sollen die Verk\u00fcndigung der frohen Botschaft der Bibel, die Gr\u00fcndung von Gemeinden und nicht zuletzt medizinische Hilfe stehen. Starke Unterst\u00fctzung bekommt James Rathlef von seinem gro\u00dfen Freundeskreis, mit dem er intensiven Kontakt hat. Durch seine Rundbriefe und durch die Missionszeitschrift \"Werdet meine Zeugen\" sind die Freunde bestens informiert. In den vielen Jahren seiner Evangelisationst\u00e4tigkeit in Deutschland hatten unz\u00e4hlige Erwachsene und Kinder zum Glauben an Jesus Christus gefunden. Viele von ihnen sind bereit, dieses neue Projekt zu unterst\u00fctzen. Einige Freunde stellen sich zur Verf\u00fcgung und wollen selbst Hand anlegen.<\/p>\n<p>1961, also im Alter von 65, besteigt James Rathlef das Flugzeug nach S\u00fcdamerika. Urwald live. Was mag einen Mann bewegen, der in einem Altern, in dem andere sich bereits zur Ruhe setzen - ein halbes Jahr lang in den tiefsten Dschungel S\u00fcdamerikas vordringt? Sich der Gefahr auszusetzen, von Menschenfressern gejagt zu werden. T\u00f6dliche Tropenkrankheiten und Strapazen ohne Ende in Kauf zu nehmen. Lange Urwaldm\u00e4rsche, in der Wildnis sein Lager aufzuschlagen, Schw\u00e4rme von Moskitos und Blutsaugern bei Tat und Nacht in Kauf zu nehmen, Gefahr mit Giftschlangen, Skorpionen und ... und ... und ...<\/p>\n<p>Vom Hochland Boliviens mit \u00fcber 4.000&nbsp;Metern H\u00f6he hinunter ins Sumpfgebiet des Amazonas, dann in die Kaktusw\u00fcste des Chaco in Paraguay bei 48 Grad Celsius im Schatten ...&nbsp;<\/p>\n<p>Die Botschaft von Jesus Christus und seiner Errettung will er den Ureinwohnern bringen. Eine Botschaft voller Hoffnung. Gegen die Angst. Er will sich keinen B\u00e4ren aufbinden lassen, was die Situation der indigenen Bev\u00f6lkerung anbelangt. L\u00e4ngst hat er die Not dieser Menschen in sein Herz genommen. Er liebt Menschen.<\/p>\n<p>Was Rathlef auf seiner Exkursion durch S\u00fcdamerika erlebt, legt sich wie eine schwere Last auf ihn. Beispiel: 900 Mitglieder eines Stammes sterben auf einen Schlag an den Folgen von Masern. Es ist niemand da, der Hilfe leistet. Niemand, der ihnen von der Liebe Gottes sagt.&nbsp;Rathlef ist auf den Spuren von Farmern, Goldschl\u00fcrfern, Gummisuchern, H\u00e4ndlern, die die Stammesleute skrupellos ausbeuten. Der hochprozentige Zuckerrohrschnaps wird eingesetzt, um diese Urwaldkinder gef\u00fcgig zu machen. Ganze St\u00e4mme sterben aus. Auch die Stammeskriege und die brutalen Riten in ihren Kulturen tun das ihre. Sollten diese V\u00f6lker nicht eingeschlossen sein, wenn Jesus in Matth\u00e4us 28, Vers 19 sagt: \"Geht nun zu allen V\u00f6lkern der Welt und macht die Menschen zu meinen J\u00fcngern\"?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-859\" src=\"https:\/\/www.johannes-rebmann-stiftung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/rathlef_james_2.jpg\" alt=\"\" width=\"283\" height=\"186\"><br \/>\n<em>1962, James Rathlef beim Filmen; Filmtitel \"Traumwelt am \u00c4quator\"<\/em><\/p>\n<p>Bereits acht Monate nach seiner R\u00fcckkehr aus S\u00fcdamerika kommt es am 27. Dezember 1962 zur Gr\u00fcndung der <a href=\"http:\/\/www.dipm.de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Deutschen Indianer Pionier Mission (DPIM)<\/a>.<\/p>\n<p>Link zur <a href=\"https:\/\/www.johannes-rebmann-stiftung.de\/cms\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/gruendung_DIPM.jpg\">Gr\u00fcndungsurkunde<\/a>, die im kleinen Arbeitszimmer von James Rathlef in Gerlingen-Gehenb\u00fchl, im Ganswiesenweg 37, unterschrieben wurde.&nbsp;<\/p>\n<p>Am Anfang stehen 23.000&nbsp;DM und ein Missionar. Dieser Missionar ist Winfried, der \u00e4lteste Sohn von James Rathlef, bereits aktiv in Brasilien t\u00e4tig. Es sollen noch viele weitere Missionare dazu kommen.<\/p>\n<p>Die Arbeit der DIPM dehnt sich \u00fcber Brasilien und Paraguay aus. Fast zehn Jahre lang - bis zu seinem 75. Lebensjahr - leitet James Rathlef die gesamte Mission. Das beinhaltet unter anderem, viele Reisen nach S\u00fcdamerika zu unternehmen. Rathlef scheut keine Strapazen, um zu den frisch ausgereisten Missionaren vorzudringen und sie zu ermutigen. Er wagt sich vor in den Urwald, wo es keine Wege mehr gibt, keine medizinische Hilfe, keinen Funk, kein Telefon, keinen Laden, kein Gesetz. Es herrscht nur noch das brutale Gesetz des Waldes. Mit 75 Jahren dringt er zusammen mit seinem Nachfolger in den Urwald Paraguays vor, auf der Suche nach neuen Einsatzgebieten. Der Ruf der H\u00e4uptlinge ist un\u00fcberhorbar. Sie bitten um Hilfe, um Missionare. Wer kann da die Augen verschlie\u00dfen, angesichts der Not dieser geknechteten und sterbenden Menschen ... (Heute sind mehr als 60 Missionare in den St\u00e4mmen t\u00e4tig, dazu noch eine Anzahl von Kurzzeitmitarbeitern.)<\/p>\n<p>James Rathlefs Herz schl\u00e4gt f\u00fcr Menschen. Gro\u00dfes Vertrauen bringt er ihnen entgegen. Das sp\u00fcren die Indianer, aber auch die Besucher in seinen Vortragsreihen. Er macht es den Menschen leicht, sich diesem starken Gott anzuvertrauen und Vergebung der Schuld in Anspruch zu nehmen. Unz\u00e4hlige Menschen suchen Hilfe bei James Rathlef und nehmen gerne seinen Rat an.<\/p>\n<p>Die sechs Kinder der Rathlefs tragen das Anliegen der Mission in ihren Herzen:<br \/>\nMaria und Brigitte von Deutschland aus, Winfried und <a href=\"https:\/\/www.johannes-rebmann-stiftung.de\/cms\/missionare-aus-gerlingen\/rathlef-reinhard\/\">Reinhard<\/a> zogen nach Brasilien, Renate nach Japan und Angela nach Italien. Zusammen mit ihren Ehepartnern. Dieses missionarische Feuer ist jetzt auch bei den Enkelkindern zu finden. Einige stehen bereits im Missionsdienst in \u00dcbersee. Daf\u00fcr haben die Gro\u00dfeltern viele Jahre gebetet. Es war ihnen ein gro\u00dfes Anliegen.<\/p>\n<p>Im hohen Alter erlebt Ehepaar James und Elisabeth Rathlef einen sch\u00f6nen Abschluss ihrer Missionst\u00e4tigkeit: Fast zwei Jahre k\u00f6nnen sie bei ihrem Sohn Winfried und seiner Familie in Campo Grande\/Brasilien verbringen, T\u00fcr an T\u00fcr mit Stadtindianern.<\/p>\n<p>James Rathlef verstarb am 01. November 1988. Drei Tage vorher konnte sein Wegbegleiter Hellmut Lang ihn noch in seiner Wohnung aufsuchen und Abschied nehmen. Schon bettl\u00e4grig hat Rathlef diesen Besuch bewusst wahrgenommen. Elisabeth, seine Frau, pflegte den 92-j\u00e4hrigen in ihrer Wohnung bis zur letzten Stunde. Ein starkes Jahr sp\u00e4ter, am 01.02.1990, folgte Elisabeth ihrem Mann, auch nach nur kurzer Leisenszeit. Beide starben in Vorfreude auf den Himmel. Beigesetzt sind beide in Kaufbeuren, wo zwei ihrer T\u00f6chter wohnen.<\/p>\n<p>James Rathlef schreibt in seinem Buch \"Ich gedenke der Taten des Herrn - mit Jesus in drei Erdteilen\" (Buch vergriffen):<\/p>\n<p>\"... Am 17. Oktober 1961 bestieg ich in Frankfurt die Boeing 707 ... F\u00fcr das kommende halbe Jahr waren folgende Stationen vorgesehen: Peru, Bolivien, Paraguay, Brasilien und Venezuela ... Der Zugang zu den St\u00e4mmen und einzelnen Siedlungen war fast ausschlie\u00dflich im Boot oder per Wasserflugzeug m\u00f6glich. So bin ich in dieser Zeit 68 Mal mit dem Flugzeug gestartet ...\"<\/p>\n<p>Pfarrer Hellmut Lang, langj\u00e4hriger Vorsitzender der DIPM, ist voller Erwartung und sagt zu James Rathlef: \"Wenn der erste H\u00e4uptling getauft wird, gehen wir r\u00fcber und feiern mit!\" Allen ist klar, dass Gott hier selbst eingreifen muss. Was sollen Missionare bezwecken? Zu gro\u00df ist die verzweifelte Notlage dieser Menschen! Aber wenn Gott in der Lage ist, hier in Deutschland Wunder zu tun und Menschen neues Leben zu schenken - warum soll er es in S\u00fcdamerika nicht tun?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1961, James Rathlef bei \"seinen Indianern\" im Amazonas-Becken \"Wir brauchen eine Initiative von Deutschland aus, die sich f\u00fcr das Wohl dieser geschundenen indigenen V\u00f6lker S\u00fcdamerikas einsetzt.\" James Rathlef, der Vision\u00e4r <a href=\"https:\/\/www.johannes-rebmann-stiftung.de\/cms\/missionare-aus-gerlingen\/aktuelle-missionare\/rathlef-james\/\" class=\"more-link\">...weiterlesen<span class=\"screen-reader-text\"> \"Rathlef, James\"<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":915,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-854","page","type-page","status-publish","h-entry","hentry","h-as-page"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.johannes-rebmann-stiftung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/854","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.johannes-rebmann-stiftung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.johannes-rebmann-stiftung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.johannes-rebmann-stiftung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.johannes-rebmann-stiftung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=854"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.johannes-rebmann-stiftung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/854\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2477,"href":"https:\/\/www.johannes-rebmann-stiftung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/854\/revisions\/2477"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.johannes-rebmann-stiftung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/915"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.johannes-rebmann-stiftung.de\/cms\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=854"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}