Missionare aus Gerlingen: Johannes Zimmermann
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"Über den Acker die Schwarzen gewinnen."

Johannes Zimmermann hatte kolonisatorische Vorstellungen, die ihrer Zeit voraus waren: Nutzbarmachung der Bodenschätze, moderner Landbau, Verstärkung der Ausfuhr von Gütern, um die Lebensverhältnisse der Bevölkerung zu verbessern.

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Zimmermann will die sozialen Fragen Deutschlands lösen:

"... durch Einwanderung der überschüssigen, mittellosen und um die Existenz ringenden Elemente der europäischen Kulturländer und durch deren Ansiedlung in den brachliegenden Ländereien des jungfräulichen Afrikas."

Johannes Zimmermann ist 25 Jahre alt, als er im westafrikanischen Christiansborg ankommt, einer früheren dänischen Kolonie, heute Teilgemeinde der Hauptstadt Accra.

Das erste, was er sieht, sind die ehemaligen Sklavenforts - stumme Zeugen einer unmenschlichen Zeit. Schockiert von diesem ersten Eindruck, erhebt Zimmermann fortan sein Leben lang das Wort gegen Sklaverei und Ausbeutung.

Wenige Monate nach seiner Anreise erkrankt Zimmermann am "Afrikafieber" und sieht nur die Alternativen "baldiger Tod" oder "schleunige Heimreise". Er vertraut sich einem schwarzen Medizinmann an, der ihn in kürzester Zeit heilt.

Zimmermann lässt sich völlig auf die neue Heimat ein, lebt wie ein Afrikaner unter "seinen" Afrikanern.

1851 heiratet er zum Entsetzen der Missionsgesellschaft in Basel ohne deren ausdrücklich vorgeschriebene Erlaubnis die geschiedene Afrikanerin Katharina Mulgrave (siehe Foto rechts).

Katharina war als achtjähriges Kind von Sklavenhändlern geraubt und auf einem Sklavenschiff von Afrika nach Jamaika verschleppt worden. Vor der Küste geriet das Schiff in Seenot und ging unter. Katharina wurde gerettet und vom englischen Gouverneur Mulgrave adoptiert.

1842 heiratete Katharina den Afrikaner Thompson von der Liberiaküste, der in Basel zum Missionsgehilfen ausgebildet worden war. 1843 wanderte das junge Paar an die Goldküste aus. Die Ehe wurde nach sechs Jahren geschieden.

1854 verlegt Zimmermann seine Missionstätigkeit von Christansborg landeinwärts nach Abokobi - ein Schritt von der europäisch geprägten Lebensweise in urafrikanisches Leben. Hier betreibt Zimmermann intensive Sprachstudien und arbeitet an Übersetzungen.

1859 packt Johannes Zimmermann mit der Mission im Kroboland die Aufgabe an, die sein Leben entscheidend prägt und seinen Ruhm begründet.

Impressum Kontakt: info@johannes-rebmann-stiftung.de