Missionare aus Gerlingen: Wilhelm Maisch
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Wilhelm Maisch schreibt aus China:

"Als ich hierher kam, besorgte der Missionar alles. Das ist jetzt anders geworden. Jeder hat seine Last und seine Verantwortung zu tragen. So hat der Missionar nur die Oberaufsicht. Ich lasse ihnen nicht nur die Bürde, sondern auch die Würde. Dadurch ist das Verhältnis zwischen den Europäern und den Chinesen nicht schlechter, sondern entschieden besser geworden."

Wilhelm Maisch wird am 13. Januar 1878 in Gerlingen als Sohn des Schreinermeisters und späteren Waldmeisters Christoph Maisch und der Marie, geb. Zimmermann, geboren. 

Er ist ein begabter und wissbegieriger Bub, der seine Mutter mit Fragen fast zur Verzweiflung bringt - so, dass diese ihrem Mann droht, davonzulaufen, wenn er nicht dafür sorge, den kleinen Wilhelm vorzeitig in die Schule zu schicken. So kommt Jakob Maisch mit fünf Jahren zur Schule, ist der jüngste und bald der beste Schüler.

Geburtshaus von Wilhelm Maisch in der Gerlinger Hauptstraße 75

Wilhelm Maisch wird Bau- und Möbelschreiner. Während der Lehrzeit besucht er Zeichenunterricht bei Lehrer Uhl in Gerlingen. So ist er später in der Lage, den Chinesen Zeichnungen anzufertigen, die sie ohne viel Worte verstehen.

1897 meldet Maisch sich ins Missionshaus nach Basel. Nach der Ausbildung wird er nach Hoschuwan in China geschickt. Drei Monate dauert die Reise. 

Der genannte Ort wird in der heutigen Pinyin-Umschrift "Heshuwan" geschrieben, liegt im Meilin-District, in der Guangdong-Provinz (andere, ältere Schreibweisen: Hoschuwan, Howan). Die Guangdong (alt Kanton)-Provinz umgibt Hongkong. Wenn Sie auf einer Karte den Ort Heyuan (früher Honyen) finden, ca. 170 km nördlich von Hongkong am Dong Jiang (= Ostfluss), so liegt Heshuwan etwa 40 km östlich von dieser Stadt an einem kleineren Fluss. Heshuwan selbst und dieser Fluss sind im Times Atlas nicht verzeichnet. Falls Sie "Schlatter, Geschichte der Basler Mission" haben, finden Sie die Orte auf der beiliegenden Karte. Auf www.bmpix.org sind ca. 100 Bilder des Ortes vorhanden - siehe SEARCH -> I agree -> Geography -> modern state -> Asia (continent) -> China (modern state) -> Guangdong (province) -> Meilin (district) ->   Heshuwan (place).

Wilhelm Maisch baut seine Station auf und beginnt, die Chinesen eigenverantwortlich in seine Missionsarbeit einzubeziehen.

Wilhelm Maisch und Täuflinge in Wintse
1911 wird Maisch zum Distriktpräses des "Ostflusses" gewählt und kann fortan seine Ideen leichter durchsetzen. 1922 schreibt Maisch nach seiner zweiten Ausreise: "Eine ganze Periode der Missionsarbeit in China ist abgeschlossen, und eine neue nimmt ihren Anfang. Die Zeit ist allemal vorbei, wo ausländische Missionen und Missionare die Leitung der Arbeit ausschließlich in ihrer Hand halten. Der Ausländer muss herunter von seiner beherrschenden Stellung, muss neben den Chinesen treten und ihn als gleichberechtigt anerkennen." 
Nach 16 Jahren geduldiger Aufbauarbeit stirbt Wilhelm Maisch am 25. Juni 1924 an Herzversagen. 

Er hinterlässt rund 500 Fotoplatten, die er während seines China-Aufenthaltes über die Mission und das Leben und den Alltag der Chinesen produziert hatte. Die Fotoplatten sind heute im Besitz des Stadtarchivs Gerlingen.

Stadthistoriker Imanuel Stutzmann hielt 2009 Vorträge über Wilhelm Maisch in China (Link zum Vortragstext).

Grab von Wilhelm Maisch in Kutchuk/China

Eine Auswahl der Fotos finden Sie hier....

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